Aktiver Dienst - Übungen - Inspektionsübung am Katzenbühltunnel

 

Am Samstag, 15.09.2007, fand eine Großübung anlässlich der Feuerwehraktionswoche 2007 auf der Bahnlinie zwischen Kirchenlaibach und Nürnberg am Katzenbühltunnel statt. Angenommen wurde ein Brand eines Personenzuges im Tunnel mit über 30 im Zug eingeschlossenen Passagieren. Gegen 23:15Uhr meldete der Lokführer des Zuges einen Entstehungsbrand im Maschinenraum im vorderen Zugteil an das Stellwerk in Kirchenlaibach. Von dort wurde die Meldung an die Leitstelle der Bahn in München weitergegeben. Diese benachrichtigte die Einsatzzentrale der Feuerwehr in Bayreuth und die Einsatzkräfte wurden entsprechend der Übungsvorgabe alarmiert. Weiterhin wurde die Sperrung der Bahnlinie durch die Leitstelle der Bahn veranlasst. Generell darf erst nach Eingang eines Bestätigungsfax bei der Einsatzzentrale in Bayreuth der Bahnkörper durch die Einsatzkräfte betreten werden. Das Fax ging noch während der Anfahrt der ersten Einsatzkräfte ein.

Gegen 23:20Uhr rückte der 3. Löschzug Speichersdorf aus. Es wurde ein Bereitsstellungsplatz am Bahnkörper ca 800m vor der Unglückstelle angefahren. Von hier mussten die notwendigen Gerätschaften mit Hilfe von 4 Schienenplattformwagen zu Fuß zur ca 800m entfernten Einsatzstelle gebracht werden. Dort musste die Zugtüre mit Hilfe eines Spreizers geöffnet werden. 10 Atemschutzgeräteträger wurden zur Rettung der Passagiere und zur Brandbekämpfung im Zug eingesetzt. Die direkte Einsatzstelle wurde mit Hilfe eines Lichtstatives und eines Stromerzeugers ausgeleuchtet.

Die Verletzten wurden mit Hilfe der Schienenplattformwagen aus dem Gefahrenbereich zu einer Verletztensammelstelle gebracht und dem BRK zur weiteren Versorgung übergeben. Die leeren Wagen wurden wieder zum Transport weiterer benötigter Gerätschäften eingesetzt. Von Vorteil war, das die Bahnstrecke Zweigleisig ist. Somit konnte immer mit Rechtsverkehr gearbeitet werden und somit ein Zusammenstoß zweier Wägen ausgeschlossen werden.

Für die Brandbekämpfung mussten zwei lange Schlauchstrecken aufgebaut werden (jeweils über 800m). Eine Schlauchstrecke wurde mit Hilfe von Tanklöschfahrzeugen im Pendelverkehr vom Bereitsstellungsplatz mit Löschwasser versorgt. Die zweite Strecke wurde von einem in der nähe gelegenen Weiher versorgt.

Das Feuer breitete sich auf den umittelbar angrenzenden Wald aus und musste durch weitere Einsatzkräfte bekämpft werden. Ein unter Schock stehender Passagier verschwand plötzlich im Wald und musste gesucht werden.

Die gesamte Strecke bis zur direkten Unfallstelle wurde mit Hilfe von mehreren Lichtstativen ausgeleuchtet. Weiterhin musste der Verletztensammelplatz und ein Hubschrauberlandeplatz durch das THW ausgeleuchtet werden.

Auf einem weiteren Bereitstellungsplatz wurde die UG-ÖEL, die Unterstützungsgruppe örltiche Einsatzleitung,errichtet. Von dort koordinierte der Einsatzleiter, KBI Hans-Rainer Birkner, untersützt von den Mitarbeitern der UG-ÖEL, die verschiedenen Arbeiten in den verschiedenen aufgabenbezogenen Abschnitten. So gab es einen Abschnitt Brandbekämpfung und Rettung, einen Abschnitt Löschwasserversorgung mit Tanklöschfahrzeugen, einen Abschnitt Löschwasserversorgung aus einem Weiher, einen Abschnitt Ausleuchtung des Bahnkörpers und einen Abschnitt Koordination der Schienenplattformwagen.

Im Einsatz waren über 281 Einsatzkräfte von Feuerwehr, BRK und THW. Es waren 15 Feuerwehren alarmiert und mit 45 Fahrzeugen vor Ort. Auch die Bundespolizei und der zuständige Notfallmanager der Bahn war vor Ort. Zahlreiche Zuschauer und auch mehrere Führungskräfte machten sich ein Bild von der Arbeit der Feuerwehrleute. Die Übung konnte gegen 2:45Uhr beendet werden. Im Anschluß gab es ein Essen im Gerätehaus Speichersdorf und eine kurze Übungsnachbesprechung.

Weitere Bilder folgen.